PZH — Psychotherapeutisches Zentrum Hamburg
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Behandlungsschwerpunkt

Depression behandeln

Depression ist keine Traurigkeit und keine Schwäche. Sie ist eine behandelbare Erkrankung — und eine der am besten untersuchten in der Psychotherapie.

Wie sich eine Depression von innen anfühlt

Die meisten Menschen erwarten Traurigkeit. Was sie tatsächlich erleben, ist oft eher: nichts.

Es zieht nichts mehr. Dinge, die früher Freude gemacht haben, sind nicht unangenehm geworden — sie sind einfach egal. Das Wochenende, auf das Sie sich gefreut haben, kommt, und Sie fühlen es nicht. Musik trifft nicht mehr. Menschen, die Sie mögen, kosten Kraft.

Dazu kommt eine Schwere, die körperlich ist. Aufstehen ist keine Frage der Motivation, sondern der Statik. Der Kopf arbeitet wie durch Watte: Sie lesen denselben Absatz dreimal und wissen danach nicht, was drinstand. Entscheidungen, die vorher nebenbei liefen — was koche ich, welche Mail zuerst — werden zu Hürden.

Und über allem liegt eine Stimme, die alles kommentiert. Sie sagt, dass Sie sich anstellen. Dass andere echte Probleme haben. Dass Sie es nur nicht genug versuchen. Diese Stimme klingt wie Einsicht, ist aber ein Symptom.

Viele beschreiben außerdem: früh wach werden und nicht mehr einschlafen, Appetit, der verschwindet oder entgleist, ein dauerndes Schuldgefühl ohne Anlass, und das Gefühl, von sich selbst getrennt zu sein.

Wann es Zeit wird, sich Hilfe zu holen

Es gibt keinen Schweregrad, ab dem Sie sich melden dürfen. Aber es gibt Anhaltspunkte, ab denen Abwarten selten hilft:

  • Der Zustand hält seit mehr als zwei Wochen fast durchgehend an.
  • Er hat sich verselbstständigt — es gibt keinen Anlass mehr, oder der Anlass ist längst vorbei.
  • Sie ziehen sich zurück und melden sich bei niemandem mehr.
  • Arbeit, Haushalt oder Beziehungen leiden spürbar.
  • Sie greifen zu Alkohol oder anderen Substanzen, um es auszuhalten.
  • Sie denken daran, dass es besser wäre, nicht mehr da zu sein.

Der letzte Punkt ist kein Abwarte-Punkt. Bei Suizidgedanken holen Sie sich bitte sofort Hilfe: ärztlicher Bereitschaftsdienst 116 117, in akuter Gefahr Notruf 112, Telefonseelsorge rund um die Uhr unter 0800 111 0 111.

Ein häufiger Denkfehler: zu warten, bis es „schlimm genug" ist. Depression ist gut behandelbar, und sie behandelt sich leichter, bevor der Rückzug vollständig ist.

Wie wir im PZH mit Depression arbeiten

Unsere Grundlage ist die Verhaltenstherapie. Bei Depression setzt sie an einem Kreislauf an, der sich selbst füttert: Der Antrieb sinkt, also tun Sie weniger. Weil Sie weniger tun, erleben Sie weniger, das gut tut. Weil nichts mehr gut tut, sinkt der Antrieb weiter.

Diesen Kreis durchbricht man nicht mit Motivation, sondern mit Planung. Wir bauen gemeinsam und in sehr kleinen, realistischen Schritten Aktivitäten wieder auf — nicht damit Sie „sich besser fühlen", sondern weil Handeln der Stimmung vorausgeht und nicht folgt. Das ist einer der am besten belegten Wirkmechanismen in der Depressionsbehandlung.

Parallel arbeiten wir an den Denkmustern. Depression verzerrt die Wahrnehmung systematisch: Erfolge werden Zufall, Fehler werden Charakter. Wir machen diese Bewertungen sichtbar, prüfen sie an der Realität und entwickeln tragfähigere Alternativen.

Wo die Muster tiefer reichen und bis in die eigene Geschichte zurückgehen, arbeiten wir mit Schematherapie. Wo der Kampf gegen die eigenen Gefühle selbst zum Problem geworden ist, mit achtsamkeitsbasierten Ansätzen und Methoden der dritten Welle der Verhaltenstherapie.

Zu Beginn, im Verlauf und zum Abschluss erheben wir standardisierte Fragebögen. Das klingt technisch, hat aber einen einfachen Zweck: Depression raubt die Fähigkeit, Fortschritt wahrzunehmen. Messwerte zeigen Veränderung auch dann, wenn Ihr Gefühl es noch nicht tut.

Was das nicht ist

Wir versprechen Ihnen kein Ergebnis und keine Dauer. Wer bei Depression Garantien gibt, ist unseriös. Was wir zusagen können: ein strukturiertes, transparentes Vorgehen, bei dem Sie jederzeit wissen, woran wir arbeiten und warum.

Die Behandlung findet in unseren Räumen in Hamburg statt oder als Online-Therapie. Ergänzend gibt es eine Gruppe zur Depressionsbewältigung — für viele Menschen ist die Erfahrung, mit dem Thema nicht allein zu sein, ein eigener Wirkfaktor.

Häufige Fragen

Fragen zur Depression

Woran erkenne ich eine Depression und nicht nur eine schlechte Phase?

Der wichtigste Unterschied ist die Dauer und die Reichweite. Eine schlechte Phase hat einen Anlass, schwankt und geht vorbei. Bei einer Depression halten gedrückte Stimmung, Antriebslosigkeit und der Verlust von Interesse und Freude über mindestens zwei Wochen fast durchgehend an und betreffen nahezu alle Lebensbereiche — auch die, die vorher getragen haben. Häufig kommen Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme, Appetitveränderungen und starke Selbstabwertung hinzu.

Ich funktioniere im Job noch. Kann ich trotzdem depressiv sein?

Ja. Viele Menschen halten die äußere Fassade lange aufrecht, während innerlich alles leer ist. Fachlich spricht nichts dagegen, dass eine Depression vorliegt, während Sie noch zur Arbeit gehen. Das Funktionieren kostet dann nur enorm viel Kraft, die anschließend an anderer Stelle fehlt. Erhaltene Leistungsfähigkeit ist kein Ausschlusskriterium.

Brauche ich Medikamente, oder reicht Psychotherapie?

Das hängt vom Schweregrad und von Ihrer Situation ab und ist keine Entscheidung, die eine Website treffen kann. Psychotherapie ist bei leichten und mittelgradigen Depressionen ein wissenschaftlich gut belegter Weg. Bei schwereren Verläufen wird häufig eine Kombination aus Psychotherapie und medikamentöser Behandlung empfohlen. Medikamente verordnen Ärzt:innen, nicht wir — wir besprechen die Frage aber offen mit Ihnen und arbeiten bei Bedarf mit behandelnden Ärzt:innen zusammen.

Wie arbeitet Verhaltenstherapie bei einer Depression konkret?

An zwei Stellen gleichzeitig. Zum einen am Verhalten: Depression führt zu Rückzug, Rückzug führt zu weniger positiven Erfahrungen, und das vertieft die Depression. Diesen Kreis unterbrechen wir schrittweise und geplant, nicht durch Appelle. Zum anderen an den Gedanken: an den automatischen Bewertungen über sich selbst, die Welt und die Zukunft, die bei einer Depression systematisch verzerrt sind. Dazu kommen je nach Fall Ansätze aus Schematherapie und achtsamkeitsbasierten Verfahren.

Ich habe Gedanken daran, nicht mehr leben zu wollen. Was tue ich?

Nehmen Sie das ernst und holen Sie sich sofort Hilfe. Wenden Sie sich an den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117, in akuter Gefahr an den Notruf 112. Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr kostenfrei erreichbar unter 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222. Diese Stellen helfen sofort. Wir sind keine Notfalleinrichtung und können das im Praxisalltag nicht leisten.

Der erste Schritt ist eine kurze Nachricht

Sie müssen Ihr Anliegen nicht ausformulieren und nichts vorbereiten. Schreiben Sie uns in zwei Sätzen, worum es geht — wir melden uns zurück und klären mit Ihnen, was passt.