PZH — Psychotherapeutisches Zentrum Hamburg
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Behandlungsschwerpunkt

Angststörungen behandeln

Angst ist nicht das Problem. Das Problem beginnt, wenn die Vermeidung anfängt, Ihr Leben zu organisieren.

Wie sich eine Angststörung von innen anfühlt

Das kommt darauf an, welche Form sie hat — und die Formen fühlen sich sehr unterschiedlich an.

Panik kommt wie ein Überfall. Das Herz rast, der Atem geht nicht mehr tief genug, es kribbelt in Händen und Gesicht, alles wird unwirklich. Und mittendrin der glasklare Gedanke: Das ist ein Herzinfarkt. Ich sterbe. Ich verliere den Verstand. Nach zehn Minuten ist es vorbei und Sie sind erschöpft und beschämt — und ab dann warten Sie darauf, dass es wieder passiert.

Soziale Angst ist leiser. Sie sitzen in der Besprechung und formulieren Ihren Satz dreimal im Kopf, bevor Sie ihn nicht sagen. Sie spüren jeden Blick. Hinterher läuft das Gespräch stundenlang nach, in Zeitlupe, und Sie finden alles, was Sie falsch gemacht haben. Nicht Menschen sind das Problem — die Bewertung ist es.

Agoraphobie macht die Welt kleiner. Erst kein Fahrstuhl mehr, dann keine volle S-Bahn, dann kein Konzert, kein Supermarkt zur Stoßzeit. Jede Vermeidung fühlt sich wie eine gute Entscheidung an. Zusammen ergeben sie einen Käfig.

Generalisierte Angst hat kein Objekt. Sie sorgen sich — um die Kinder, den Job, die Gesundheit, um alles der Reihe nach. Die Sorge fühlt sich nützlich an, als würde sie vorbeugen. Sie hört nur nie auf, und der Körper ist dauerhaft angespannt.

So verschieden das aussieht: Der Motor ist derselbe. Angst schlägt Alarm, Sie weichen aus, die Angst geht kurz zurück — und lernt daraus, dass der Alarm richtig war. Beim nächsten Mal ist er lauter.

Wann eine Behandlung sinnvoll ist

  • Sie meiden Orte, Situationen oder Menschen, die Sie eigentlich nicht meiden wollen.
  • Ihr Handlungsspielraum wird kleiner statt größer.
  • Sie planen Ihren Alltag um die Angst herum — Wege, Uhrzeiten, Ausreden.
  • Sie brauchen Hilfsmittel, um Situationen auszuhalten: Begleitung, Alkohol, Beruhigungsmittel, ein Fluchtplan.
  • Die Angst hält seit Monaten an oder wird stärker.
  • Sie schämen sich so sehr, dass Sie mit niemandem darüber sprechen.

Angststörungen gehören zu den am besten behandelbaren psychischen Erkrankungen. Sie gehören gleichzeitig zu denen, die am längsten unbehandelt bleiben — weil Vermeidung kurzfristig funktioniert. Genau das ist die Falle.

Wie wir im PZH mit Angst arbeiten

Unsere Grundlage ist die Verhaltenstherapie. Für Angststörungen ist sie das Verfahren mit der breitesten wissenschaftlichen Absicherung.

Wir beginnen mit Verstehen. Sie lernen, was in Ihrem Körper eigentlich passiert: warum Herzrasen und Atemnot bei Panik auftreten, warum sie ungefährlich sind, und warum sich Ihr Alarmsystem so sicher ist. Das ist kein Vorspiel — für viele Menschen verändert allein diese Einordnung schon etwas, weil der Schrecken aus den Symptomen weicht.

Dann arbeiten wir an den Bewertungen. Nicht das Herzklopfen macht die Panik, sondern der Satz „das ist gefährlich". Nicht die Besprechung macht die soziale Angst, sondern „alle sehen, dass ich zittere, und halten mich für inkompetent". Diese Sätze prüfen wir — nicht durch Zureden, sondern durch Erfahrung.

Und dann kommt die Konfrontation, der Kern der Behandlung. Sie gehen in die gemiedene Situation und bleiben, bis die Angst von selbst sinkt. Damit lernt Ihr System, was Vermeidung ihm nie beibringen konnte: Die Situation ist auszuhalten, und die Angst hört auch ohne Flucht wieder auf.

Das geschieht geplant, in Schritten, die Sie mitbestimmen, und nie ohne Vorbereitung. Niemand wird überrumpelt.

Ergänzend nutzen wir je nach Fall achtsamkeitsbasierte Ansätze und Methoden der dritten Welle der Verhaltenstherapie — besonders dort, wo der Kampf gegen die eigene Anspannung selbst zum Problem geworden ist. Wo Ängste tief in der eigenen Geschichte verankert sind, arbeiten wir schematherapeutisch.

Formate

Die Behandlung findet in unseren Räumen in Hamburg statt oder als Online-Therapie. Bei sozialen Ängsten ist die Gruppentherapie oft besonders wirksam: Die Gruppe ist genau die Situation, die schwerfällt — und damit ein geschütztes Übungsfeld. Wir bieten Gruppen zu Angstbewältigung sowie zu Selbstsicherheit und sozialer Kompetenz an. Auch Hypnose kann bei Ängsten als ergänzende Methode eingesetzt werden.

Häufige Fragen

Fragen zu Angststörungen

Ab wann ist Angst eine Störung und nicht mehr normal?

Angst ist ein sinnvolles Alarmsystem und gehört zum Leben. Von einer Angststörung spricht man, wenn die Angst in Situationen auftritt, die objektiv nicht gefährlich sind, wenn sie in ihrer Stärke nicht zum Anlass passt, wenn sie über Monate anhält und wenn Sie beginnen, Ihr Leben um sie herum einzurichten. Das Vermeiden ist meist das entscheidende Kriterium, nicht die Angst selbst.

Kann eine Panikattacke gefährlich sein?

Eine Panikattacke fühlt sich lebensbedrohlich an — Herzrasen, Atemnot, Schwindel, das Gefühl, zu sterben oder verrückt zu werden. Sie ist es aber nicht: Es handelt sich um eine massive, aber ungefährliche Fehlalarmreaktion des Körpers, die von selbst wieder abklingt. Wichtig ist trotzdem, körperliche Ursachen ärztlich abklären zu lassen, bevor man davon ausgeht, dass es Panik ist. Diese Abklärung gehört zum sauberen Vorgehen dazu.

Muss ich mich in der Therapie meinen Ängsten stellen?

In aller Regel ja — das ist der wirksamste bekannte Bestandteil der Angstbehandlung. Aber nicht so, wie viele befürchten. Konfrontation passiert nicht überraschend, nicht gegen Ihren Willen und nicht ohne Vorbereitung. Sie verstehen zuerst, warum Vermeidung die Angst am Leben hält, Sie planen die Schritte selbst mit, und Sie bestimmen das Tempo. Nichts geschieht ohne Ihre Zustimmung.

Ich habe Angst vor der Angst. Zählt das auch?

Ja, und das ist ein sehr typischer Mechanismus. Bei Panikstörungen wird die Angst vor der nächsten Attacke oft zum eigentlichen Problem — man beobachtet den eigenen Körper, deutet harmlose Signale als Vorboten und vermeidet vorsorglich. Genau dieser Kreis ist gut verstanden und gut behandelbar.

Was, wenn ich neben der Angst auch depressiv bin?

Das ist sehr häufig. Angststörungen und Depression treten oft gemeinsam auf — nicht zuletzt, weil andauerndes Vermeiden das Leben eng macht und Enge auf die Stimmung schlägt. Wir sortieren im Erstgespräch, was wovon kommt, und planen die Behandlung entsprechend. Sie müssen sich vorher nicht entscheiden.

Der erste Schritt ist eine kurze Nachricht

Sie müssen Ihr Anliegen nicht ausformulieren und nichts vorbereiten. Schreiben Sie uns in zwei Sätzen, worum es geht — wir melden uns zurück und klären mit Ihnen, was passt.